Susanne Bommer ist auf der Suche nach Inhalten, die in Mode umgesetzt werden können, facettenreich und kompromisslos. Sie lebt und liebt die Metropole, doch ist für sie der Rückzug in ihre eigene Welt von ebenso großer Bedeutung. Bei den Kreationen fällt sofort das Besondere im Unkomplizierten, das Pure im Ausgefallenen auf. Susanne Bommer reduziert sich auf das Wesentliche und kommt so zu sexy und puren Looks. Ihre Formensprache wirkt so sinnlich und frei, wie progressiv und selbstverständlich. Sie entwickelt aufwendige Verarbeitungstechniken. Kombiniert mit der eigenen, innovativen Schnittführung und ihren unverwechselbaren Farb- und Materialwirkungen schafft sie Ihr typisch nachhaltiges Statement.
Herbst/Winter 2010/2011 Max Ernst’s dadaistische Collagen (Surrealist 1891-1976) als Inspiration, kombiniert mit der weichen fließenden Silhouette der 40er. Angereichert mit einer Priese „Fashion out of Space“, überhöht mit hinreißenden Federn-Accessoires, so entsteht eine einzigartige Melange. Die modische Aussage gründet auf drei unterschiedlichen Silhouetten: der lowen H-Linie, der A-Linie und der linsenförmigen O-Linie. Dabei legt die Stilistin Wert auf die Verbindung von Extremen. Die veritable Akzentuierung der Schulter konkurriert beispielsweise mit der schmalen Form und Überlänge eines Ärmels. Frech stehen sich architektonisch unstrukturierte Faltendrapuren und schmetterlingszarte Raffungen gegenüber. Unterschiedliche Oberflächen und Stofflichkeiten sind spielerisch miteinander verbunden. Im Zusammenwirken erzeugen sie Gegensätze und knisternde Spannungen: knittrige Seiden, verspielte, mehrlagige, zart transparente Tülle kontrastieren mit futuristischem Nylons, Wolltuchstoffen und mehrlagigen Baumwollen. Körpernahe, anschmiegsame Strukturen treffen auf Dekonstruiertes und schaffen Anmut. Dem Dogma des Malers Max Ernst entsprechend spielt Susanne Bommer mit der Tiefe der Farben: einer Kollage gleich existieren gleichberechtigt Nichtfarben wie „wintersky“, „fume „und „coal black“ und leise Farbtöne wie „melon“, „rosy blush“ und „blue sky“. „Rouge“, „olive“ und „caviar“ formen sanft die Konturen. Starke Akzente setzen „violet“, „magnolia“ und „midnight“ in all ihrer Modernität. Die Accessoires entspringen ihrer surrealen Zauberwelt. Darin finden sich unterschiedliche Texturen – von widerspenstig breit bis hauchdünn – von strukturell aufgelöst bis überbordend fließend. Insbesondere Federn bilden das Hauptaugenmerk des märchenhaften Stylings. Die Accessoirelinie Susanne Bommers reicht von Gürteln über Broschen bis hin zu mondänen Abendtaschen. Die avantgardistischen, verträumten Schulteraccessoires setzen ihrer Arbeit stilistisch die Krone auf.